Donnerstag, 4. November 2010

Noch mehr Geburtstag

Ich habe ja schon in einem früheren Post festgestellt, dass ich Geburtstage immer mag, auch wenn ich selbst gar nicht das Geburtstagskind bin. Ein Grund dafür sind Geburtstagskuchen. Oder vielmehr die Möglichkeit, Geburtstagskuchen herzustellen und zu verschenken. Und ich meine Kuchen, keine Torten. Ich bin einfach kein Freund von Sahne-, Buttercreme- und sonstigen Torten, und etwas, was mir selbst nicht schmeckt, verschenke ich auch ungern.
Das Problem von Sahnetorten ist gar nicht so sehr der Fettgehalt - jeder der mich kennt, wird bestätigen, dass Butter für mich kein Hinderungsgrund, sondern eher eine Motivation ist, ein Gericht zu mögen - sondern diese unausweichliche Kombination von extrem süß und extrem trocken, die die Integration von Früchten nur in Form von Marmelade toleriert und die einen mit großem Durst und einem unerklärlichen Verlangen nach Essiggurken zurücklässt.
Immer schon mochte ich von der Sachertorte am liebsten die Schokoglasur, wenn es nach mir ginge, könnten Konditoren diese auch ohne den lästigen Kuchen drin anbieten. Eine ähnliche Meinung vertrete ich in Bezug auf Bienenstich: ich wäre vollkommen zufrieden mit einem Teller voll Mandelkrokant, von mir aus auch mit Hefeteig drunter, aber doch bitte ohne diese langweilige Vanillesahne-Füllung, die es unmöglich macht, den Bienenstich sauereifrei zu essen.
Deshalb also: saftige, fruchtige, oder zutiefst schokoladige Kuchen. Und: falls sich doch irgendwann einmal eine Torte in diesen Blog einschleichen sollte, dann könnt ihr davon ausgehen, dass ich sie dem Essiggurken-Test unterzogen und für gut befunden habe. Versprochen.

Aber zurück zu den Geburtstagen. Und damit zu einem Geburtstagskuchen, den ich zwar schon vor etlichen Wochen verschenkt habe, der aber auch gut in den Herbst passt (dann vielleicht ohne die üppige Rosen-Deko): Preiselbeer-Rosen-Kuchen.

Ein erster Tipp für alle, die ihre Springform gerade mitsamt Kuchen drin zu einem Fest mitgebracht und dort vergessen haben, und dementsprechend gerade springformlos sind: statt dessen eine Tarteform zu verwenden ist nur dann eine gute Idee, wenn man den Boden der Form mit Backpapier auslegt.


Mit diesem überaus schlauen Trick im Hinterkopf gehe man dann folgendermaßen vor:

 Für die Rosen-Deko:
1 Handvoll Rosen (aus dem Garten) mit einem trockenen Backpinsel reinigen.
2 Eiweiß leicht anschlagen und entweder einzelne Rosenblätter oder ganze Rosen damit bestreichen, und sie dann vorsichtig in
Kristallzucker wälzen. Über Nacht trocknen lassen.



Für den Kuchen:
100 g Zartbitterschokolade im Wasserbad langsam auflösen.
80 g Butter mit
40 g Zucker und
1 Päckchen Vanillezucker schaumig schlagen.
6 Eigelb nach und nach dazurühren. Dann die geschmolzene Schokolade unterrühren.
200 g gemahlene Mandeln mit
1 TL Backpulver vermischen.
6 Eiweiß mit
40 g Zucker und
1 Prise Salz schaumig schlagen und abwechselnd mit den Mandeln unter die Masse heben.
In eine Springform füllen und bei 170°C ca. 50 Minuten backen. Aus der Form holen und abkühlen lassen.

2 Gläser Preiselbeermarmelade in einen Topf geben und unter Rühren 20 min köcheln lassen, damit die Marmelade weiter eindickt.
1 Tropfen Rosenöl in die eingedickte Marmelade einrühren und abkühlen lassen.
Den Kuchen waagrecht halbieren, mit 1/3 der Marmelade bestreichen und wieder zusammen setzen.

200 g Sahne mit
1 Päckchen Vanillezucker und
1 Päckchen Sahnesteif steif schlagen.
250 g Topfen mit den restlichen 2/3 der Marmelade verrühren und die Sahne unterheben.
Den Kuchen oben und an den Seiten dick mit der Preiselbeer-Topfen-Masse einstreichen und mit den kandierten Rosenblättern verzieren.







(Danke, M***, für die professionelle dekorative Unterstützung!! Es ist einfach immer wieder schön, mit dir zu backen...)

Kommentare:

  1. hihi, dito! Ich wünschte, ich würde im Advent näher bei dir wohnen......

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  2. apropos kuchen: vielen dank für den whiskey kuchen letztens! sehr lecker, wann kommt das rezept?!

    und hab gehört, dass du dir einen zeh beim kochen gebrochen hast! gute besserung jedenfalls und bis bald im pub!

    peaceing, hardy

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