Samstag, 24. Dezember 2011

Merry Christmas!


Während einer kurzen Pause im Menü möchte ich mich bei allen bedanken, die diesen kleinen Blog lesen.

Ich wünsche euch allen fröhliche Weihnachten!!!
Eure Eva

Sonntag, 18. Dezember 2011

frei - wie ungewohnt

Unglaublich - jetzt ist meine Zeit am College auch schon zu Ende und ich halte ein Diplom in Händen auf das ich mächtig stolz bin. Und ich habe doch glatt drei ganze Tage frei, bis ich am kommenden Dienstag meinen ersten kulinarischen Vollzeit-Job antrete. Und zwar in der Patisserie eines grossen, geschichtsträchtigen Londoner Hotels. Ich als Commis Chef. Ich kann es noch gar nicht glauben.
Die drei freien Tage werden natürlich zur ausgiebigen Weihnachtsbäckerei genutzt (wozu auch sonst?). Und zwischen all den Stollen, Zimtsternen und Lebkuchen musste natürlich zum Abendessen etwas Herzhaftes her, was möglichst schnell und unkompliziert zu machen ist. Dass es gleich soooo gut werden würde, hatte ich gar nicht beabsichtigt. Ich präsentiere:

Hähnchen-Quitten-Schmortopf mit Bulgur

1-2 Zwiebeln in feine Streifen schneiden und in
2 EL Olivenöl glasig dünsten.
1 Quitte entkernen, in kleine Würfel schneiden und mitbraten,
1 EL Zucker mit karamelisieren. Mit
100 ml Weißwein ablöschen und den Wein einige Minuten einreduzieren lassen (ca. 2/3).
4-6 Hähnchenschenkel in einer Pfanne in
1 EL Olivenöl rundum anbraten.
1 Karotte in Scheiben und
1/4 Knollensellerie in Würfel schneiden und zu den Zwiebeln geben.
5 Wacholderbeeren
1 Nelke
1 Zweig Thymian
1 Knoblauchzehe in Scheiben
1 Prise Piment
1 Prise Zimt dazugeben, dann die Hähnchenschenkel hineinlegen. Mit
Salz und schwarzem Pfeffer würzen, und mit Wasser auffüllen bis die Hähnchen fast ganz bedeckt sind. Mit angelegtem Deckel etwa 1 1/2 Stunden auf niedriger Stufe simmern lassen.
Die Hähnchen herausheben, die Haut abziehen und beiseite legen. Das Fleisch von den Knochen abfieseln und zurück in die Sauce geben. Dabei auch die Wacholderbeeren und Nelke wieder herausfischen.
1 kl. Tasse Bulgur hineinrühren und noch einmal 10-15 Minuten simmern lassen. Währenddessen den Ofen auf Grillfunktion schalten und die Hähnchenhäute knusprig grillen.
Den Schmortopf mit der knusprigen Haut und, wenn gewünscht mit etwas Ofenwurzelgemüse, anrichten.

Freitag, 9. Dezember 2011

ta-daah


Chicken Liver Parfait coated with 99% cocoa chocolate, hazelnuts and chili, Quince Jelly, Toast Melba


Seabass with Violet Potatoes on sea aster, sea berry sauce, japanese artichoke puree, samphire


Slow Roast Venison, salsify, spinach, wild mushrooms, rosehip and pedlar jus

Cold Quince Soup, sea salt chocolate mousse, braised plums


... und wieder verrate ich gern auf Anfrage sämtliche Rezepte... (sofern ich sie noch zusammenbekomme)

Nachtrag:
wie gewünscht hier das Dessert-Rezept:
Kalte Quittensuppe, Mousse au Chocolat mit Meersalz, geschmorte Pflaumen
(die Mengen sind etwas über den Daumen gepeilt)
Quittensuppe
1 Quitte in grobe Würfel schneiden, in einen Topf geben, mit Wasser bedecken.
5 EL Zucker und
1 EL Zitronensaft dazugeben. Aufkochen und etwa 20 Minuten simmern lassen. Abseihen und die Suppe noch etwas einreduzieren lassen (bis zur gewünschten Konsistenz, bei mir: etwa um ein Drittel). Kaltstellen.

Geschmorte Pflaumen
Den Ofen auf 180°C aufheizen.
3 Pflaumen entkernen, achteln und in eine Auflaufform geben. Mit
100 ml Rotwein übergießen,
40 g Zucker, den
Saft 1/2 Zitrone sowie
1 Zimtstange, 1/2 Sternanis und 1 halbierte Vanilleschote dazugeben, umrühren und ca. 30 Minuten backen (bis die Pflaumen weich sind, aber noch nicht zerfallen), zwischendurch mehrmals umrühren. Abkühlen lassen.

Mousse au Chocolat mit Meersalz
75 g gute dunkle Schokolade im Wasserbad schmelzen.
1 Prise Meersalz unterrühren.
2 Eiweiß mit
1 EL Zucker steif schlagen und unter die ca. 30°C warme Schokolade heben.
75 g Schlagsahne halbsteif schlagen und ebenfalls unterheben. In eine Schüssel füllen und einige Stunden kaltstellen. Mit einem warmen Esslöffel eine Nocke abstechen und mit etwas grobem Meersalz garnieren.

Freitag, 2. Dezember 2011

Foraging

Foraging ist ein englischer Begriff, für den ich bisher keine adäquate deutsche Entsprechung gefunden habe. Es geht dabei um das Sammeln von wilden Kräutern, Früchten und sonstigen essbaren Naturprodukten. Vieles davon lässt sich nicht so einfach im Supermarkt finden, da muss man schon selbst in die Natur hinaus, und gerade das macht das Besondere am foraging aus.
Folgende Produkte hatten wir im College für unser foraging-Menü zur Verfügung:

Quitten, Wildpilze, blaue Trüffelkartoffeln, Hagebutten, Maronen, Pflaumen, Sanddorn, Knollenziest, Mispeln, Strandastern,  Strand-Platterbsen, Queller, Strand-Salzmelde, Schwarzwurzeln.

außerdem zur Verfügung standen Hühnerleber, Wolfsbarsch und Rehrücken.

Was ich daraus gekocht habe, verrate ich nächstes Mal...

Samstag, 19. November 2011

Von wegen morgen

Jetzt ist es doch tatsächlich eine Woche her, dass ich 'morgen' geschrieben habe. Zeit, endlich wirklich das Rezept für meine Quitten-Macarons aufzuschreiben. Und mir Gedanken über meine Arbeitszeiten zu machen...

Quitten-Macarons
(adaptiert und leicht verändert nach Letizia)

90 g Eiweiss mit
1 Prise Salz und
30 g Zucker steif schlagen.
110 g gemahlene Mandeln (sie sollten ganz fein gemahlen sein, falls sie das nicht sind, in der Moulinette weiter mahlen und durchsieben) mit
200 g Puderzucker vermischen und vorsichtig unter das Eiweiß heben. Das Eiweiß wird dabei etwas zusammenfallen, das macht aber nix. Am Ende sollte die Masse eine cremige Konsistenz haben. Dabei vorsichtig noch einige Tropfen
rote Lebensmittelfarbe unterrühren (bin kein großer Fan davon, Essen künstlich einzufärben, und experimentiere gerade mit verschiedenen Fruchtpulvern, die den Platz der künstlichen Farbe einnehmen könnten. Sobald ich gute Ergebnisse habe, werde ich berichten). Die Masse in einen Einweg-Spritzbeutel füllen, unten für ein ca. 0.7 cm großes Loch aufschneiden und auf ein Backblech mit Backpapier möglichst gleichgroße Kreise in der gewünschten Größe aufspritzen. Ich persönlich finde kleine Macarons schöner, ansonsten weiß man ja nicht, wie man das Ganze möglichst ungefährlich in den Mund bringen soll... Jetzt steht immer überall, man solle die Macarons so mindestens 45 Minuten stehen lassen, bis sich eine Haut bildet, ich habe allerdings ein noch schöneres Ergebnis erzielt, als ich sie mal aus Zeitnot direkt in den Ofen gegeben habe. Ich werde auch das noch weiter erforschen, und bin dankbar über eure Erfahrungswerte. Bei 150°C Ober-/Unterhitze ca. 15 Minuten backen.
Nach dem Backen das Backpapier mit den Macarons vom Blech ziehen, das Blech ganz leicht mit Wasser besprenkeln und das Papier wieder darauf ziehen. Die Macarons auskühlen lassen, sie lösen sich dann durch diesen Trick ganz leicht vom Papier. Ausgekühlt lassen sie sich in einer luftdichten Box mehrere Wochen aufbewahren.
Für die Füllung
50 g Quittenmarmelade (am besten natürlich selbstgemacht, siehe hier) mit
1 EL Zitronensäure oder -saft verrühren,
40-50 weiße Schokolade, aufgelöst, zu einer zähen, spritzfähigen, möglichst säuerlichen Masse verrühren. Abkühlen lassen. In einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen und jeweils zwei Macarons mit einer guten Menge Füllung zusammenkleben.
Wer sich jetzt noch besonders künstlerisch fühlt, der kann mit dunkler und weißer Schokolade, jeweils aufgelöst und in Spritztütchen aus Backpapier gefüllt, Schmetterlingsflügel (siehe Foto) auf ein Backpapier malen, im Kühlschrank fest werden lassen, und mit der Quittenfüllung oben auf den Macarons befestigen. Wem das zuviel ist, der kann einfach ein paar Streifen Kuvertüre auf die Macarons malen, oder sie einfach undekoriert lassen. Sie sind schließlich auch so schon sehr hübsch.


Freitag, 11. November 2011

Ich beuge mich dem Trend

und mache doch die von mir vor kurzem noch verteufelten, weil gerade überall auftauchenden Macarons. Und ich muss sagen, die haben schon was für sich. Außen knusprig, innen weich und cremig und, wenn es nach mir geht, am besten säuerlich gefüllt, um das Süße der Makronen auszugleichen. So wie meine Quitten-Macarons. Und sooo schwierig herzustellen, wie alle sagen, sind sie auch wieder nicht.


Als Grundrezept habe ich das verwendet, das die die Macarons-Expertin schlechthin, Mrs Cake, auch benutzt.

Aber das schreib ich erst morgen hier auf, jetzt wird erstmal geschlafen...

Freitag, 4. November 2011

Mal wieder ein Menü

 Diesmal vegetarisch...


Terrine of Smoked Aubergine with Red Pepper Tears and Earl Grey BBQ sauce


Quinoa and Quince Risotto, Cream Cheese and Grapefruit Foam


Tofu Quenelles, Lime Curd, Savoy Cabbage, Pomegranate, Sweet Potato Crisps


Chocolate and Quince Tartelette, Tonka Ice Cream, Pecan Granola

Mittwoch, 19. Oktober 2011

I've been busy

Ein Praktikum in der Patisserie eines nicht ganz unbekannten Londoner Hotels hält mich auf Trab - der Blog hat das Nachsehen. Auch im College ist viel zu tun, diese Woche arbeiten wir alle gemeinsam an dem Projekt, simulationsweise ein Restaurant zu eröffnen, dessen Schwerpunkt auf Fusion Cookery liegt. Bei Fusion geht es darum, Gerichte und Zutaten aus verschiedenen Kulturen interessant miteinander zu kombinieren. Ich übernehme bei diesem Projekt den vegetarischen Posten. Beim gestrigen Versuchskochen habe ich es geschafft, ein auf Anhieb ganz fantastisch zusammenpassendes Gericht zu kreieren, auf das ich so stolz bin, dass ich es jetzt hier sofort vorstellen muss: Chai Brioche, Linsenpaté, Apfel-Tamarinden-Chutney.
An der Prästentation muss noch gearbeitet werden, der Geschmack kann genau so bleiben.




Linsen-Paté
1 Tasse Linsen mit
1 Knoblauchzehe, halbiert, und
1 Lorbeerblatt in 4 Tassen Wasser weichkochen. Überschüssiges Wasser abgießen, mit
2-3 EL Butter pürieren, so dass noch einige Linsen ganz bleiben, mit
1/2 TL getrocknetem Oregano,
1/2 Knoblauchzehe, klein geschnitten, und
1 TL Petersilie, gehackt,
1/2 TL Zitronenabrieb sowie
Salz und schwarzem Pfeffer würzen. In eine mit Klarsichtfolie ausgelegte Kastenform füllen und kühlstellen, bis die Pastete schnittfest ist.

Apfel-Tamarinden-Chutney
1 Schalotte schälen und würfeln. In
1 TL Butter anbraten.
1 säuerlichen Apfel schälen und in kleine Würfel schneiden. Mit
3 EL Tamarindenpaste zur Schalotte geben, mitschwitzen. Mit etwas Wasser aufgießen und einige Minuten köcheln lassen. Dann
3-4 EL Weißweinessig und
2 EL Zucker hinzugeben. Mit
Salz und Pfeffer abschmecken.

Chai Brioche
100 ml Milch auf ca. 30°C erwärmen
20 g Hefe und
50 g Mehl hineinrühren, abdecken und auf doppelte Größe aufgehen lassen.
400 g Mehl in eine Rührmaschine geben,
1 Ei,
2 Eigelb,
5 EL braunen Zucker und den Vorteig dazugeben und einige Minuten kneten. Dabei
1/2 TL Salz
1 TL gemahlenen Kardamom
1 TL Zimt
1 TL geriebenen Ingwer
1/4 TL gemahlene Nelke und
1/4 TL gemahlenen Sternanis hinzugeben. Dann nach und nach
200 g weiche Butter und
100 g kleingeschnittene getrocknete Datteln hineinkneten. Den Teig abgedeckt auf doppelte Größe gehen lassen, einige Muffinformen o.ä. ausbuttern, den gegangenen Teig kurz durchkneten, zu Kugeln formen und in die Förmchen setzen. Wer möchte, kann noch eine zweite, kleinere Kugel formen und auf die größere setzen für die klassische Brioche-Form. Mit einer Mischung aus
1 Eigelb und
1 EL Sahne bepinseln und noch einmal 20 min gehen lassen. Bei 180°C etwa 30 min backen. Am besten noch warm servieren.

Sonntag, 9. Oktober 2011

Nachgereicht


Gerade noch rechtzeitig zum heutigen Sonntagssüß reiche ich hier noch das Lemon Curd Rezept nach, das sich so grandios in der letztwöchigen Torte gemacht hat. Mit dem Hinweis, dass es sich auch ganz grandios auf frischgebackenen Scones macht, wie ich heute im Selbstversuch herausfand.

Lemon Curd

4 Zitronen, Saft und abgeriebene Schale,
200 g Zucker und
100 g Butter, in Würfel geschnitten in einen Schlagkessel geben. Den Kessel auf ein Wasserbad setzen und auf dem Herd langsam schmelzen lassen.
3 Eier und
1 Eigelb separat aufschlagen und in die heiße Zitronensaftmischung rühren. Unter Rühren auf dem Wasserbad abbinden, bis die Mischung so cremig ist, dass sie an einem Löffel haften bleibt. In sterilisierte Gläser füllen und im Kühlschrank aufbewahren. Hält sich 1-2 Wochen (wahrscheinlich länger, aber ich bin da lieber vorsichtig. Und bis dahin ist es eh aufgegessen).

Donnerstag, 29. September 2011

Challenge, oder: Meine erste dreistöckige Torte


Angeregt von Sarahs Torten und Cupcakes habe ich mich für den Geburtstag meines Bruders an meine erste dreistöckige Torte gewagt. Und bin mit dem Ergebnis wirklich sehr zufrieden (und mein Bruder erst...).
Sie besteht aus drei verschiedenen Böden, ganz unten der Zitronenkuchen mit Lemon-Curd-Füllung von Sarah, wobei ich das Lemon Curd selbst gemacht habe (geht ganz schnell), darüber ein Schoko-Haselnuss-Kuchen mit Schokomousse, und darüber ein Orange-Ingwer-Kuchen mit Zimtcreme. Dabei bin ich für jeden Kuchen vom selben Basisrezept ausgegangen, um jeweils nur einmal Butter und Eiweiß schaumig rühren zu müssen, und habe dann die Masse in drei geteilt und die jeweiligen Geschmackszutaten zugefügt. Mein Bruder ist kein großer Fan von Fondant-Überzügen, weshalb ich mit den Cremes, die ich für die Füllungen verwendet habe, auch die Außenseite der Kuchen bestrichen habe. Und um puristisch zu bleiben (zumindest soweit das bei einer dreistöckigen Torte möglich ist), als Deko nur Brombeeren und Himbeeren - hier gibt es tatsächlich immer noch britische Himbeeren, und die schmecken soooo gut!
Die Torte sieht nicht nur ganz gut aus, sondern (und das ist ja bei so aufwändigen Kuchen leider oft nicht der Fall) schmeckt auch ganz fantastisch. Die einzelnen Kuchen sind dicht genug, um das Gewicht zu tragen, aber auch nicht zu trocken und nicht zu süß. Und die Entdeckung des Tages ist die Frischkäse-Lemon-Curd-Füllung. Der Wahnsinn. Die könnte man einfach nur so löffeln.
Ich glaube, ich werde in nächster Zeit öfter mal Torten machen...




Dreistöckige Torte mit Zitronen-, Schoko- und Orangen-Ingwer-Kuchen
(Durchmesser 24, 18 und 14 cm)

Für die Kuchen:

9 Eiweiß mit
260 g Zucker und
1 Prise Salz steif schlagen.

530 g Butter (Zimmertemperatur) mit
260 g Zucker schaumig schlagen und nach und nach
9 Eigelb sowie
2 Msp. Vanillepulver hineinrühren.

Den Ofen auf 170°C vorheizen. Die beiden Massen jeweils in drei Teile teilen (Verhältnis ca. 45% - 35% - 20%).
In die 45%-Buttermasse
90 ml Zitronensaft und den
Abrieb von 1 Zitrone rühren, dann abwechselnd die 45%-Eiweißmasse und
240 g Mehl darunterheben.
Den Boden einer 24cm-Durchmesser Form mit Backpapier auslegen, ca. 40 min backen.

In die 35%-Buttermasse
2 EL Kakao (gesiebt) sowie
60 g Zartbitterschokolade (im Wasserbad aufgelöst) und
2 EL Rum rühren, dann abwechselnd die 35%-Eiweißmasse und
100 g Mehl und
100 g gemahlene Haselnüsse darunterheben.
Den Boden einer 18cm-Durchmesser Form mit Backpapier auslegen, ca. 30 min backen.

In die 20%-Buttermasse
Saft und Schale von 1/2 Orange und
2 EL kandierten Ingwer (kleingehackt) rühren, dann abwechselnd die 20%-Eiweißmasse und 
100 g Mehl darunterheben.
Den Boden einer 18cm-Durchmesser Form mit Backpapier auslegen, ca. 30 min backen.
Alle drei Böden noch warm aus der Form stürzen und umgekehrt auskühlen lassen.

(Ich habe übrigens die beiden kleineren Kuchen aus Mangel an Kuchenformen in passender Größe in beschichteten Töpfen gebacken - funktioniert auch prima...)

Für die Füllungen:

Für die Zitronenfüllung
100 g Butter mit
20 g Puderzucker schaumig schlagen.
120 g Frischkäse einschlagen, dann
120 g Lemon Curd (Rezept folgt im nächsten Eintrag) und die
abgeriebene Schale 1/2 Zitrone einrühren.

Für die Schokomousse-Füllung habe ich mein altbewährtes Rezept für Schokomousse für Notfälle verwendet, die Mousse im Kühlschrank fest werden lassen und zum Bestreichen mit etwas flüssiger Sahne kurz und vorsichtig cremig gerührt. (Noch besser wäre es wahrscheinlich, die Mousse nicht komplett fest werden zu lassen)

Für die Orangenfüllung
50 g Butter mit
10 g Puderzucker schaumig schlagen.
60 g Frischkäse und
2 Msp. Zimt einschlagen.

Die ausgekühlten Kuchen jeweils halbieren, etwa 1/2 cm dick mit den zugehörigen Cremes bestreichen und wieder zusammensetzen. Dann rumdum außen bestreichen und die drei Torten übereinandersetzen. Wenn gewünscht, mit Himbeeren und Brombeeren dekorieren.




Freitag, 23. September 2011

Bittesehr

Nach überwältigender Nachfrage ;-) hier das Rezept für das Brennessel-Apfel-Risotto:

1/2 Zwiebel in kleine Würfel schneiden und in
2 EL Butter anschwitzen.
ca. 100g Arborio Reis (oder anderen Risottoreis) dazugeben und kurz mitdünsten. Mit
60 ml Weißwein ablöschen, unter Rühren dünsten, bis der Reis den Wein aufgesogen hat.
60 ml Apfelsaft nachgießen, wieder warten, bis der Reis die Flüssigkeit aufgenommen hat. Genauso nach und nach insgesamt
120-140 ml heißer Brühe (ich habe selbstgemachte Fischbrühe verwendet, genauso geht Gemüse- oder Hühnerbrühe, je nachdem was zum Risotto serviert wird) einrühren. Nebenbei
1 Apfel schälen, entkernen und in kleine Würfel schneiden. Zusammen mit der vorletzten Portion Brühe ins Risotto geben und mitköcheln lassen. Außerdem
4-5 Stengel junge Brennessel (kann man auch selber sammeln gehen, vorsicht, nur mit Tuch oder Handschuh anfassen!) 1-2 min in etwas Salzwasser kochen, abgießen, die Blätter (jetzt ungefährlich) von den Stengeln zupfen und mit
40 ml Brühe im Mixer pürieren. Das Risotto mit
Salz und Pfeffer abschmecken, das Brennesselpüree und
1 EL Butter einrühren und sofort servieren.
(Nach Belieben das Risotto mit einigen kross gebratenen Bacon-Würfeln dekorieren.)


Freitag, 16. September 2011

Ein Menü

Da wir im College nach zehn Themen-Wochen (Gemüse, Saucen, Geflügel, Lamm, Rind, Schwein, Fisch, Pasta, Bäckerei, Patisserie) jetzt dazu übergegangen sind, ganze Menüs zusammenzustellen und zu kochen, dachte ich mir, ich berichte mal von meinem letzten Menü. Vorgabe war, ein vier-Gänge-Menü für zwei Personen zu erstellen - der erste Gang sollte eine Consommé mit beliebiger Einlage sein, als zweiten Gang sollten wir die am Vortag selbst gerupften (!) und ausgenommenen (!) Tauben verwenden, als Hauptgang Rotzunge (übrigens momentan mein Lieblingsfisch), und als Nachspeise eine Birnen-Tarte mit Crème Anglaise. Weitere Vorgabe war, die saisonalen Zutaten Holunderbeere, Pfifferlinge, Trompetenpilze, Rote, Goldene und Gestreifte Bete, Bramley Apfel, Brennessel und Haselnuss sinnvoll im Menü unterzubringen. Zeit: 6 Stunden.
Here's what I came up with (wie der Engländer sagen würde):

Consommé mit Leberspätzle
***
Confierte Taubenbrust, warmer Salat von Roter, Goldener und Gestreifter Bete und gerösteten Haselnüssen, gebratene Pfifferlinge und Trompetenpilze
***
Rotzungenfilets in der Pfanne gebraten, Brennessel-Apfel-Risotto, Apfelchips, Rote-Bete-Sprossen
***

Holunder-Birnen-Tarte, Haselnuss-Ahorn-Parfait, pochierte Rotwein-Birne, Crème Anglaise mit Nelken


Komplett zufrieden war ich nach den sechs Stunden nicht - die Consommé hätte klarer sein können, die Leberspätzle intensiver gewürzt. Trompetenpilze sind nicht so meins, die Bete haben beim Marinieren leider ein bisschen ihre Farbe verloren und die Taube war etwas zu lang gegart. Besser wurde es dann mit dem Hauptgang - die Kombination Apfel-Brennessel ist eine fantastische Entdeckung, das Gericht würde ich mir am liebsten patentieren lassen - und die Nachspeise war, abgesehen von der Crème Anglaise, die es nicht unbedingt gebraucht hätte, auch ein Glanzstück. Alles in allem durchaus zufriedenstellend.

Jetzt seid ihr dran, liebe Leser (man muss ja hier mal ein bisschen die Kommunikation ankurbeln): Welches Gericht gefällt euch am besten, bzw. welche Rezepte soll ich posten?

Freitag, 9. September 2011

Ein Ausflug nach Brighton











So lässt sich's leben.

Rezept gibts heute keins, denn in Brighton auf dem Pier muss man Fish & Chips essen.

Sonntag, 4. September 2011

Heute mal einfach


Nach dem komplizierten Croissant-Rezept heute mal wieder was ganz schnelles einfaches: Butterbohnensalat mit Thunfisch. Butterbohnen, im Deutschen meist Limabohnen genannt (aber von mir als Butterfanatikerin natürlich lieber als Butterbohnen bezeichnet), sind mal wieder eine Neuentdeckung von mir, und ich finde sie machen richtiggehend süchtig. Das Rezept hingegen hat eine laaange Geschichte. Es stammt aus der Zeit, als ich noch im tollsten Kino der Welt arbeitete, und einmal im Jahr, beim Mitarbeiterfest, monströse Antipastiplatten vom ortsansässigen Italiener bestellt wurden. Ein sehr ähnlicher Bohnensalat war fester Bestandteil dieser Antipastiplatten, und immer wenn ich ihn jetzt selbst mache, denke ich an die vielen schönen Filme, die ich in diesem Kino gesehen habe, und an die netten Leute, mit denen ich dort gearbeitet habe. Aber jetzt genug der pathetischen Reminiszenzen, und schnell das Rezept niedergeschrieben:

Butterbohnensalat mit Thunfisch
gewünschte Menge getrocknete Butterbohnen über Nacht in kaltem Wasser einweichen, am nächsten Tag ca. 2 Stunden kochen, dann abgießen.
Thunfisch (aus der Dose) abgießen und untermischen.
Rote Zwiebel in möglichst feine Scheiben schneiden,
glatte Petersilie grob hacken, beides untermischen. Dressing herstellen aus
7 EL Olivenöl
4 ELWeißweinessig
1 TL Dijon-Senf
1 Prise Zucker
2 Prisen Salz
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer. (am besten alles in ein Marmeladeglas füllen und kräftig schütteln).
Unter den Salat mischen und 1-2 Stunden marinieren lassen, dabei immer wieder durchmischen.

Wie auf dem Foto zu sehen, gab es den Salat bei mir diesmal mit einem Bagel, und ich muss sagen, das war eine erstaunlich gute Kombination. Was mich daran erinnert, dass ich schon lange mal wieder Bagels selbst machen wollte. Aber damit warte ich bis zu einem der nächsten Einträge...

Sonntag, 28. August 2011

Das Rezept

So ihr Lieben ... die Wartezeit ist vorüber, hier also endlich der Croissant-Eintrag. Mit seeeehr langer Rezept-Erklärung, weil die Technik hier wirklich entscheidend ist.



Das Croissant ist ja eines dieser Gebäcke (ein weiteres wäre Brioche), dessen Qualität mit der verwendeten Buttermenge exponentiell ansteigt. Also wie geschaffen für diesen Blog. Wenn da nicht besagtes Trauma wäre, das ich seit nun schon fast 10 Jahren mit mir herumtrage. Der liebe M*** und ich, Backleidenschaft und Experimentierfreudigkeit schon damals teilend, hatten uns blauäugig gedacht, so ein Croissant kann ja nicht so schwierig sein, und uns am späten Nachmittag an die Arbeit gemacht. Dieses war der erste Fehler, denn es endete darin, dass wir uns die Nacht über alle 2 Stunden einen Wecker stellen mussten, um den Teig zu tourieren. Worin genau die weiteren Fehler bestanden, weiß ich nicht einmal, wahrscheinlich war das gewählte Rezept nicht das beste, und wir hatten beide weder die nötige Kneterfahrung noch existierte meine geliebte Kitchen Aid damals schon. Es endete jedenfalls darin, dass wir am Morgen unausgeschlafen und fertig vor einem Blech von mickrigen, zähen Objekten standen, die den Namen Croissant so wenig verdienten wie Dieter Bohlen einen Platz im deutschen Fernsehen (oder Tree of Life eine goldene Palme in Cannes, aber das würde jetzt zu weit führen...). Und das führte dazu, dass ich es seither nie mehr wirklich ernsthaft versuchte mit den Croissants. Aber jetzt wird das alles anders. Dank genialem Rezept und professioneller Anleitung in der zweiten Patisserie-Woche hier am College habe ich das Trauma überwunden und könnte ab sofort theoretisch jeden Sonntag frische Croissants zum Frühstück machen. Ich sage theoretisch, denn es ist trotz allem ein zeitaufwendiges Rezept, und ich habe ein ganz wundervolles französisches Cafe hier ums Eck, dessen Croissants ähnlich gut schmecken. Aber ich könnte. Und das ist ein sehr schönes Gefühl.

Croissants
500 g Weizenmehl (Typ 550) mit
20 g Hefe
10 g Salz und
50 g Zucker vermischen.
1 Ei
125 g kalte Vollmilch und
125 g Wasser verrühren, ins Mehl geben und vermischen. Der Teig ist relativ feucht, wird aber beim Kneten fester, also kein weiteres Mehl hinzugeben! Den Teig entweder in der Küchenmaschine kneten, oder per Hand eher falten als kneten - er soll homogen und elastisch werden, aber nicht überdehnt, denn sonst reißen die Glutenstränge und können später beim Gehen die Luft nicht halten. Durch das 'Falten' wird auch zusätzlich Luft in den Teig gebracht. Ist ein bisschen Geduldssache und dauert mindestens 10 Minuten, bis der Teig schön glatt ist.
[Ein Versuch, dieses 'Falten' näher zu beschreiben:
Man nimmt dabei den Teig, linke Hand oben und rechte Hand unten, von der Arbeitsfläche, dreht ihn in der Luft 90° nach links, so dass die Hände jetzt links und rechts vom Teig sind, und der Teig oben und unten etwas herabhängt (sich quasi schon von selbst faltet), und setzt ihn so mit Schwung zurück auf die Arbeitsfläche, die Finger sozusagen in der Falte. Dann setzt man die Hände wieder oben und unten an, und macht die nächste Faltung. Das ganze sollte eine einzige schnelle Bewegung sein, sonst klebt der Teig zu sehr. Mit dieser Methode sollte man am Ende einen auf der Oberseite sehr glatten Teig haben, auf der Unterseite können noch ein paar 'Nahtstellen' zu sehen sein]
Mit der glatten Oberseite nach unten in eine gemehlte Schüssel setzen, die Unterseite (jetzt oben) kreuzweise einschneiden, und den Teig gut abgedeckt im Kühlschrank (oder im Kühlhaus, hihi) ca. 2 Stunden gehen lassen. In der Zwischenzeit
200 g Butter, weich, auf Backpapier zu einer quadratischen Platte formen, die etwas kleiner ist als der Teigklumpen (12-15 cm). Kühlstellen.
Den gegangenen Teig mit dem Kreuz nach oben auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und die vier Seiten wie auf dem Foto relativ dünn ausrollen:


In die dicke Mitte die Butterplatte setzen, die vier Seiten darüberfalten. Sobald die jetzt eingeschlossene Butterplatte weich genug ist (sie sollte beim Ausrollen weder brechen, noch zu sehr verschmieren), länglich ausrollen (etwa DIN A3 Größe). Jetzt die erste einfache Tour geben. Bevor ich lang erkläre, was eine einfache Tour ist, hier die bildliche Darstellung von Wikipedia:

Den Teig dann ca. 20 Minuten im Kühlschrank entspannen lassen, damit er sich wieder ohne Zusammmenziehen ausrollen lässt. Wieder auf DIN A3 ausrollen, zweite Tour, entspannen, ausrollen und eine dritte einfache Tour geben. Ein letztes Mal entspannen lassen, dann den Teig auf bemehlter Arbeitsfläche ca. 5 mm dick ausrollen. Wir haben den Teig dann folgendermaßen aufgeteilt, um drei verschiedene Gebäcke zu machen






Die Croissants am kleinen Einschnitt etwas auseinanderziehen und von dort her aufrollen. Die Spitze mit etwas Eigelb festkleben, sie sollte möglichst auf der Unterseite des fertigen Croissants sein, damit es sich beim Backen nicht wieder entrollt. (Blech mit Backpapier!) Je nach Vorliebe das Croissant gerade lassen oder zu einem Halbmond formen.

Für Pain au Chocolat zwei Schokostäbchen in den Teig einrollen, die Nahtstelle ebenfalls mit Ei festkleben und mit der Naht nach unten aufs Blech setzen.

Für Pain aux Raisins das Teigquadrat mit Creme Patissiere oder Vanillepudding oder einer Marzipanschaummasse bestreichen und mit Rosinen bestreuen. Aufrollen, dann in 3 cm dicke Scheiben schneiden, etwas flachdrücken und aufs Backblech setzen.

30 Minuten bei Zimmertemperatur gehen lassen, dann vorsichtig mit Eigelb bepinseln. Den Ofen auf 220°C aufheizen, etwas Wasser hineinsprühen, und sofort das Blech hineinschieben. (Der anfängliche Wasserdampf im Ofen verhindert, dass sich sofort eine Teigkruste bildet die den Teig am weiteren Aufgehen hindert)
Backzeit kann ich euch nicht genau sagen, hier geht man nach dem Aussehen der Croissants - sie sollten irgendwo zwischen goldbraun und braun sein... (ich schätz mal so 12-15 Minuten, aber ohne Gewähr). PUUH. GESCHAFFT.
Ach ja: Am besten man schafft die Teigherstellung inklusive Tourieren an einem Tag, dann kann man die fertig geformten Teiglinge auch über Nacht im Kühlschrank (abgedeckt, aber ohne dass die Folie den Teig berührt) gehen lassen und morgens frisch backen. Ebenso kann man die fertig geformten Teiglinge einfrieren.
Jetzt muss ich mich erst mal erholen von diesem Eintrag...
Schönen Sonntag noch!


Samstag, 20. August 2011

kleine Pause

ich entschuldige mich hiermit offiziell, dass ich momentan meinen Blog ein wenig vernachlässige. Aber ich habe gerade Besuch von meinem Helden, und das geht nunmal grade vor...
Trotzdem möchte ich euch nicht vorenthalten, dass ich vorgestern im College, in unserer zweiten Patisserie-Woche, die bisher besten Croissants meines Lebens gebacken habe. Und weil ich seit Jahren ein kleines Croissant-Trauma mit mir herumtrage, war das ein ganz besonderer Triumph. Von besagtem Trauma und seiner vorgestrigen Überwindung berichte ich dann ausführlicher im nächsten Eintrag, aber vielleicht kann ich mit folgendem Foto schonmal euer Interesse wecken...


Sonntag, 14. August 2011

Eine College-Collage...












... aus den Highlights der letzten College-Wochen




Woche 1: Gemüse
Woche 2: Saucen
Woche 3: Geflügel
Woche 4: Rind
Woche 5: Lamm
Woche 6: Brot & Patisserie
Woche 7: Pasta






















Donnerstag, 4. August 2011

The simple things, oder: Nimm 3, aber richtig!

"Summer afternoon— summer afternoon; to me those have always been the two most beautiful words in the English language." - Henry James

Kleine Beobachtung am Rande: je komplexer die Rezepte werden, die ich in der Schule so koche (ihr ahnt es schon - an dieser Stelle vertröste ich ein weiteres Mal auf den nächsten Eintrag für einen ausführlichen Bericht über mein Kochstudium, das jetzt immerhin schon in der sechsten Woche ist.. Im nächsten Eintrag dann aber ganz bestimmt!), desto mehr weiß ich zu Hause die einfachen Rezepte zu schätzen. Erstens, weil in einem Durchschnittshaushalt nunmal einfach oft weder die Zeit noch die Kapazität vorhanden ist, eine sechs Stunden lang köchelnde Rinderbrühe anzusetzen, um mit dieser dann abends die Grießnockerlsuppe zu machen, und zweitens, weil ich es als größere Kunst erachte, mit weniger Zeit und einer kleineren Auswahl an Zutaten dennoch eine saugute Grießnockerlsuppe hinzubekommen. Wenn das jetzt irgendwie Sinn macht.
Schon vor einiger Zeit wurde es mir angetragen, mich doch auch einmal öffentlich über das inzwischen eingestellte SZ-Magazin-Konzept 'Nimm 3' zu ereifern. Tatsächlich hielt ich es anfänglich für eine sehr schöne Idee, entgegen dem allgemeinen Trend, möglichst viele Zutaten im selben Rezept zu verwursten um sich als möglichst komplexer Koch hervorzutun, eine klarere Linie mit ganz puristischen Geschmäckern einzuführen. Bei der Umsetzung konnte man dann allerdings beobachten, dass einige der teilnehmenden Spitzenköche von dieser so einfach klingenden Aufgabe überfordert schienen: sie erklärten kurzum Zutaten wie Sauerrahm, Isomaltzucker und Bourbon-Whiskey zu sowieso im Küchenschrank vorhandenen Produkten, um mit den restlichen Zutaten im 3er-Limit zu bleiben. Was meine Argumentation mit der größeren Kunst ja irgendwie bestätigt.
Nicht, dass ich jetzt in irgendeiner Weise Deutschlands Spitzenköche schlechtreden möchte (wenn ich irgendwann einmal auch nur annähernd so kochen kann wie einer von ihnen, wär ich sehr glücklich) - aber ich möchte heute gerne die Rubrik 'Nimm 3, aber richtig' auf diesem Blog einführen, in der ich ab und an hoffentlich den Puristen unter euch eine Freude machen kann. Die einzigen Zutaten, die ich als vorhanden voraussetze, sind Salz, Zucker und Pfeffer. Na, und Leitungswasser. (ich freue mich schon auf die Hardliner-Kommentare...)
Den Anfang macht heute ein zutiefst englisches Rezept, wieder eines, dass es nicht wirklich über den Kanal hinübergeschafft hat, was eine echte Schande ist. Die drei Grundzutaten:
Schwarze Johannisbeeren + Rote Johannisbeeren + Toastbrot
Der Name: Summer Pudding. Hat rein gar nix mit dem deutschen Pudding zu tun, und auch nicht wirklich was mit den klassischen englischen im Dampf gegarten Puddings, sondern ist eine sehr leichte, fruchtige, eben sommerliche Variante, die nur von der kuppeligen Form her anderen Puddings wie Christmas Pudding oder Steak and Kidney Pudding ähnelt. Ein perfektes schnelles Dessert für die hoffentlich noch etwas andauernde Sommerzeit.

Summer Pudding
1/2 Packung weißes Toastbrot entrinden und damit Boden und Wände einer mittelgrosse Schüssel (um die 16 cm Durchmesser) komplett auslegen. Es darf keine Löcher geben, die Stücke sollten sich aber auch nicht zu sehr überlappen - notfalls zuschneiden. Einige Scheiben Brot als Deckel zuschneiden.
1 Schachtel (ca. 250 g) Rote Johannisbeeren und
2 Schachteln (ca. 500 g) Schwarze Johannisbeeren waschen, von den Stielen zupfen und in einen Kochtopf geben.
120-150 g Zucker (je nach Säuregehalt der Beeren) dazuschütten und kurz aufkochen, bis der entstehende Saft die Beeren etwa zur Hälfte bedeckt. Diese Mischung in die ausgelegte Schüssel kippen. Sie sollte jetzt fast bis zum Rand gefüllt sein. Den Brotdeckel bzw. die Deckelstücke daraufsetzen und mit einem Teller o.ä. richtig gut in die Beeren drücken - dabei läuft eventuell etwas Saft über - gut beschweren und auskühlen lassen, dann ab in den Kühlschrank damit für mindestens 4 Stunden, am besten über Nacht. Kurz vor dem Servieren auf ein Teller stürzen - spätestens jetzt sollte auch der Boden komplett vom Saft durchweicht werden - und dann wie einen Kuchen in Stücke schneiden. Wer möchte, kann sich etwas flüssige Sahne darüber gießen.

Es sieht übrigens auch sehr nett aus, wenn der Summer Pudding in kleinen portionsgerechten Tassen oder Schüsselchen oder Muffinformen zubereitet wird, dann hat jeder seine eigene kleine Kuppel auf dem Teller. Dafür aber unbedingt relativ dünn geschnittenes Toastbrot verwenden, und der Beerenmischung etwas Wasser zusetzen, damit der Saft für alle Förmchen reicht. (ergibt etwa 12 kleine Puddings)

Donnerstag, 28. Juli 2011


Ich muss ein Geständnis ablegen: Bis vorige Woche hatte ich noch nie mit frischen Erbsen gekocht. Für eine kleine Feinschmeckerin wie mich eigentlich unverzeihlich. Ich hatte eine klare Meinung zur Unmöglichkeit von Erbsen aus der Dose (warum wird so etwas überhaupt produziert? Das gehört doch verboten!), habe aber immer gern zur Tiefkühl-Packung gegriffen. Denn ich mag Erbsen. Beziehungsweise das, was ich bisher für die wahre Erbse gehalten habe. Also nicht, dass jetzt grundlegend etwas nicht stimmt mit TK-Erbsen
ABER.
Diese frischen Erbsen, die es hier in London gerade überall gibt (irgendwie kenne ich das auch so gar nicht aus Deutschland. Gibt es dort frische Erbsen zu kaufen? Bin ich nur immer blind daran vorbeigelaufen?) Diese frischen Erbsen, mit denen man meditativ pulend Stunden in der Abendsonne auf der Terasse verbringen kann, und die so wunderbar unverschrumpelt und knackig grün und süß sind, die haben es mir wirklich angetan.

Und deshalb gab es letztens diesen schönen schnellen Sommersalat:
Sommersalat mit frischen Erbsen, Rucola, Brunnenkresse und Minze
Für das Dressing:
3 EL weißen Balsamico mit
Salz,
schwarzer Pfeffer,
1/2 TL Dijon-Senf,
1/2 TL Zucker und
1 TL gehackter Minze verrühren. Unter Rühren
8 EL Olivenöl zugießen.
Nudeln (am besten Penne, Fusilli oder Farfalle) in stark gesalzenem Wasser bissfest kochen. Dabei 4 Minuten vor Garzeitende die gepulten
Erbsen hinzugeben. Abgießen und sofort mit dem Dressing vermischen.
Rucola und
Brunnenkresse waschen, evtl etwas kleinschneiden.
Cherry-Tomaten halbieren,
Mozarella (oder Feta, je nach Vorliebe) in Würfel schneiden. Alles unter die lauwarmen Nudeln mischen.

Bei diesem Rezept kommt es sehr auf die Qualität der einzelnen Zutaten an: die Tomaten sollten süß und intensiv schmecken, ebenso die Erbsen. Rucola und Brunnenkresse geben den nötigen bitter-herben Kontrast.
Das Ganze geht zwar sicherlich auch mit TK-Erbsen, aber lasst mich hiermit an die Gourmets in euch appellieren: sucht sie, die frischen Erbsen; wenn nötig, grast alle Märkte in eurer Umgebung danach ab - und wenn ihr sie findet, werdet ihr verstehen...




"Cool it," Louie says.

"I am cool. I just wanna know – are they gonna keep doing that? Can anyone stop them? Is there nobody who can think of a way?" His voice rising now, and no easier to stop that happening than to stop those women.

"Les, we're in a restaurant. In a restaurant they prepare beans." "Peas," Les says. "Those are peas!" "Les, you got your soup and you got your next course coming. The next course: that's the whole world right now. That's everything. That's it."
Philip Roth. The Human Stain.

Mittwoch, 20. Juli 2011

Peachy



"Each tree
Laden with fairest fruit, that hung to th' eye
Tempting, stirr'd in me sudden appetite
To pluck and eat."

- John Milton. Paradise Lost.
 

Wiedereinmal hat mich die Blog-Event-Wut gepackt. Wie kann man auch widerstehen, wenn der Gärtnerblog den Pfirsich zur Frucht des Monats ernennt.

Garten-Koch-Event Juli 2011: Pfirsich [31.07.2011]

Ich habe neulich seit langem mal wieder bei Delicious Days vorbeigeschaut, und dort ein sehr lecker klingendes Rezept für Rice Pudding Popsicles gefunden, das sich für meine Zwecke ganz wunderbar eignete. Also schnell Himbeeren durch Pfirsiche ersetzt, das Ganze umbenannt in (R)Eis am Stiel - diesem schönen Wortspiel konnte ich einfach nicht widerstehen - und voilá, schon haben wir einen köstlichen Süßkram, der sich z.B. sehr gut für Kochschüler eignet, die den ganzen Tag am heißen Gasofen stehen und einen kleinen kühlen Zuckerschub gebrauchen können. Erprobt und von allen Testpersonen für gut befunden. Von mir persönlich als so gut, dass ich fast die Hälfte der Milchreis-Masse im noch lauwarmen Zustand löffeln musste, so dass aus der Masse gerade noch sechs Portionen Eis am Stiel wurden. In warmem Zustand doch sehr auf der süßen Seite, hat die Masse in gefrorenem Zustand und nach Zugabe des Pfirsichs die perfekte Süß-Sauer-Balance. Die Reiskörner, die in einem Eis vielleicht etwas exotisch anmuten mögen, geben ein wenig Biss und machen dieses Eis am Stiel desserttauglich. Besonders empfehlen würde ich für dieses Rezept (sowie ganz generell) den besonders intensiv schmeckenden Weinberg-Pfirsich. Im Originalrezept wird die gesüßte Kondensmilch zum Schluss zugegeben, ich bin allerdings der Meinung, dass sie unbedingt schon zu Anfang zugegeben werden muss, damit die Süße auch ins Innere der Reiskörner gelangt.

(R)Eis am Stiel
200 g Pfirsich, möglichst reif, mit Pürierstab oder Mixer zerkleinern, dabei je
1 EL Zucker und
1-2 EL Zitronensaft unterrühren.
400 ml Kokosmilch und
200 ml süße Kondensmilch mit
1 Prise Salz zum Kochen bringen.
100 g Milchreis hinzugeben und unter Rühren bei milder Hitze 25 Minuten köcheln. Dann
200 ml Milch zugeben, unterrühren und vom Herd nehmen. Die Masse abkühlen lassen, dann schichtweise Milchreis und Pfirsichpüree in Eis-am-Stiel-Formen oder kleine Gläser füllen. (Tatsächlich haben mir kleine Gläser mit Espressolöffeln als Stiele wesentlich besser gefallen als die gekauften Plastikformen, nur leider hatte ich für erstere keine Kamera parat). 4-6 Stunden frieren. Zum Herauslösen die Form kurz mit warmem Wasser überspülen.



Samstag, 9. Juli 2011

Rhabarberhabarber



Ich liebe Rhabarber. Und bin immer sehr traurig, wenn sich die Rhabarbersaison dem Ende neigt, so wie jetzt gerade. Deshalb habe ich mir dieses Jahr zum Ziel gesetzt, einen Weg zu finden, Rhabarber länger haltbar zu machen, um den Abschied vom Rhabarber noch ein bisschen hinauszuzögern.
Rhabarbermarmelade ist jetzt nicht so meins, Rhabarberkompott dafür umso mehr, aber das perfekte Rezept dafür hat schon jemand vor mir gefunden (und zwar hier), und das ist leider auch nicht wirklich lange haltbar. Ich habe es daher mit einem Rhabarbersirup versucht, und habe damit nicht nur mein Ziel der Haltbarmachung von Rhabarber erfüllt, sondern darüber hinaus das Konzept Sirup ganz neu für mich entdeckt. Es gibt wohl kaum ein Obst/Gemüse, das sich besser für Sirup eignet als Rhabarber (Widersprüche werden gern entgegengenommen). Das extrem Saure, das der Rhabarber ja so an sich hat, verlangt sowieso nach größeren Mengen Zucker, und sorgt (mithilfe von ein wenig Zitronensaft) dafür, dass der charakteristische Rhabarber-Geschmack auch im Sirup erhalten bleibt. Und die Vanille rundet das Ganze so wundervoll und edel ab, dass ihr nie wieder Rhabarber ohne Vanille essen oder trinken wollen werdet.
Ich jedenfalls genieße gerade ein weiteres Glas allerbester Rhabarberschorle, und werde den Sirup morgen zum Aperitif mit Sekt aufgegossen reichen. Und mich freuen, dass im Kühlschrank noch genug Rhabarbersirup für den nächsten Monat lagert.
Wer weiß, vielleicht würde ich den Rhabarber gar nicht so sehr lieben, wenn es ihn das ganze Jahr gäbe. Aber die Rhabarberzeit mithilfe dieses Sirups um ein paar Wochen zu verlängern ist auf alle Fälle eine gute Sache.

Rhabarbersirup
(Wer sagt denn, dass gute Rezepte kompliziert sein müssen:)
800 g Rhabarber waschen und in dicke Scheiben schneiden. In einen großen Topf geben und
1 kg Zucker,
1 l Wasser,
1 Vanilleschote (ausgekratztes Mark plus leere Schote) und
Saft von 4 Zitronen hinzufügen. Aufkochen und ca. 20 min leicht köcheln lassen. Durch ein Sieb passieren und in (zuvor sterilisierte) Flaschen abfüllen.


Samstag, 2. Juli 2011

Wenn ich mal groß bin...

 ...dann werd ich ein eigenes Restaurant haben. Das weiß ich schon, seit ich mit zwölf mein erstes Eckart-Witzigmann-Rezept ausprobiert habe. Es waren Topfen-Palatschinken, das weiß ich noch, und ich habe vier
Stunden dafür gebraucht. Aber ich hatte vier Stunden lang einen Riesenspass. Oder vielleicht weiß ich es sogar schon länger, vielleicht,
seit ich mit vier Jahren von einem Küchenstuhl aus meine ersten Haferflocken-Schoko-Kekse erfunden habe. Auch wenn ich mich zwischenzeitlich mit diesem und jenem, sowie einem ausgiebigen literaturwissenschaftlichen Studium beschäftigt habe, hat sich an diesem Plan über die Jahre nichts geändert.


Und so kann ich nun stolz verkünden, dass ich seit einer Woche ganz aktiv daran arbeite, diesen Plan irgendwann mal in die Tat umsetzen zu können: Ich lerne kochen. Also so richtig. An einem Londoner College für Culinary Arts. Ist das nicht aufregend? Ich finde es jedenfalls sehr aufregend, und ihr könnt euch darauf einstellen, liebe Leser, dass ich in Zukunft ab und an davon berichten werde. In dieser ersten Woche haben wir uns mit Gemüse beschäftigt, mit verschiedenen Garmethoden und Schnittechniken, ich sage nur julienne, brunoise, paysanne, und wem das jetzt nichts sagt, den werde ich auch nicht weiter damit langweilen.



Kaum dass Wochenende ist, vermisse ich die Großküche, und habe mich deshalb heute in meine kleine eigene Küche gestellt und Kuchen gebacken. Ich vermeide die Bezeichnung Cupcakes, obwohl es eigentlich welche sind, aber besagtes Gebäck ist hier in London zur Zeit demaßen 'in', dass es mir irgendwie widerstrebt, mich dieser Mode anzuschließen. Und weil es mir immer ein wenig suspekt ist, wenn mein Essen rosa glitzert, habe ich die Küchlein auch nur mit Zitronengelee abgeglänzt und kein hierzulande so beliebtes Icing daraufgeschmiert, auch wenn sie dadurch natürlich etwas langweiliger aussehen.



Die Küchlein bestehen aus einer Kombination meiner Lieblingskuchen: Schoko- und Käse-, und weil es so schöne Erdbeeren gab, sind davon auch noch welche drin. Weil ich sie morgen zu einer Sunday-Afternoon Tea-Einladung mitbringen werde, möchte ich mich mit diesem Rezept außerdem bei der schönen Initiative Sonntagssüß beteiligen.

Es grüßt
Eure Profi-Köchin-in-spe



Schoko-Käsekuchen-Erdbeer-Küchlein
(ergibt 24 Stück)

Für den Schokoteig
120 g Butter mit
140 g dunkler Schokolade im Wasserbad schmelzen.
2 Eier und
1 Eiweiß mit
150 g Zucker schaumig rühren, die Schokomasse und
140 g Mehl vorsichtig einrühren, bis alles homogen ist.

Für den Käsekuchenteig
100 g Butter mit
50 g Zucker schaumig rühren, nacheinander
1 Ei und
1 Eigelb unterrühren.
1 EL Vanillezucker und
2 EL Stärke unterrühren, zum Schluss
250 g Quark hineinrühren.

Den Ofen auf 175°C vorheizen. Eine Muffinform mit Papierförmchen auslegen, pro Förmchen ca. 1 gestrichenen EL Schokoteig als Boden einfüllen, darauf 1 TL von
300 g kleingeschnittenen Erdbeeren verteilen, darauf 1 guten EL der Käsekuchenmasse, glattstreichen und obenauf in die Mitte noch einen kleinen Klecks (gestrichener TL) Schokoteig geben. Etwa 35 Minuten backen. Wenn gewünscht, mit etwas erhitztem
Gelee, z.B. Zitrone, Quitte oder Aprikose, bepinseln. Ansonsten könnte ich mir auch noch ein nicht zu dickes Icing aus Butter, Puderzucker, und Kakaopulver vorstellen.
Die Küchlein schmecken übrigens am besten aus dem Kühlschrank, finde ich.