Samstag, 9. Juli 2011

Rhabarberhabarber



Ich liebe Rhabarber. Und bin immer sehr traurig, wenn sich die Rhabarbersaison dem Ende neigt, so wie jetzt gerade. Deshalb habe ich mir dieses Jahr zum Ziel gesetzt, einen Weg zu finden, Rhabarber länger haltbar zu machen, um den Abschied vom Rhabarber noch ein bisschen hinauszuzögern.
Rhabarbermarmelade ist jetzt nicht so meins, Rhabarberkompott dafür umso mehr, aber das perfekte Rezept dafür hat schon jemand vor mir gefunden (und zwar hier), und das ist leider auch nicht wirklich lange haltbar. Ich habe es daher mit einem Rhabarbersirup versucht, und habe damit nicht nur mein Ziel der Haltbarmachung von Rhabarber erfüllt, sondern darüber hinaus das Konzept Sirup ganz neu für mich entdeckt. Es gibt wohl kaum ein Obst/Gemüse, das sich besser für Sirup eignet als Rhabarber (Widersprüche werden gern entgegengenommen). Das extrem Saure, das der Rhabarber ja so an sich hat, verlangt sowieso nach größeren Mengen Zucker, und sorgt (mithilfe von ein wenig Zitronensaft) dafür, dass der charakteristische Rhabarber-Geschmack auch im Sirup erhalten bleibt. Und die Vanille rundet das Ganze so wundervoll und edel ab, dass ihr nie wieder Rhabarber ohne Vanille essen oder trinken wollen werdet.
Ich jedenfalls genieße gerade ein weiteres Glas allerbester Rhabarberschorle, und werde den Sirup morgen zum Aperitif mit Sekt aufgegossen reichen. Und mich freuen, dass im Kühlschrank noch genug Rhabarbersirup für den nächsten Monat lagert.
Wer weiß, vielleicht würde ich den Rhabarber gar nicht so sehr lieben, wenn es ihn das ganze Jahr gäbe. Aber die Rhabarberzeit mithilfe dieses Sirups um ein paar Wochen zu verlängern ist auf alle Fälle eine gute Sache.

Rhabarbersirup
(Wer sagt denn, dass gute Rezepte kompliziert sein müssen:)
800 g Rhabarber waschen und in dicke Scheiben schneiden. In einen großen Topf geben und
1 kg Zucker,
1 l Wasser,
1 Vanilleschote (ausgekratztes Mark plus leere Schote) und
Saft von 4 Zitronen hinzufügen. Aufkochen und ca. 20 min leicht köcheln lassen. Durch ein Sieb passieren und in (zuvor sterilisierte) Flaschen abfüllen.


Kommentare:

  1. Das klingt ja großartig. Ich bin ein RIESEN_FAN von Rharbarberschorle. Und dein Rezept ist ja super easy. Wenn ich noch Rhabarber finde, werd ich das gleich ausprobieren. Nur woher bekomm ich denn die Flaschen?

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  2. Hallo Weltenbummler,
    war grad auf deinem Blog und bin ganz begeistert von Fotos und Design!!
    Für die Rhabarbersirup-Flaschen gibts mehrere Möglichkeiten: In der Hauswaren-Abteilung von Kaufhäusern gibt es oft hübsch aussehende Flaschen zu kaufen, ebenso in Läden, die Dinge wie Weil, Öl, Essig und Schnaps vom Fass verkaufen. Die billigere Variante sind gebrauchte Glasflaschen, z.b. Milchflaschen, gut ausgespült, in den Ofen gestellt, und diesen auf 120°C erhitzt. 20 min drin lassen, dann sind sie steril. (Es ist wichtig, die Flaschentemperatur nicht zu abrupt zu ändern, damit die Spannungen im Glas nicht zu groß werden. Deshalb die Flaschen zusammen mit dem Ofen erhitzen/abkühlen, und nicht in den schon heißen Ofen stellen bzw. aus dem noch heißen Ofen herausnehmen.) Man könnte die Flaschen auch sterilisieren, indem man sie mit kochendem Wasser füllt, aber das finde ich immer so umständlich. Die dritte Variante sind PET-Plastikflaschen, diese lassen sich allerdings nicht sterilisieren, also nur gut ausspülen, mit dem abgekühlten Sirup befüllen und dann entweder einfrieren oder im Kühlschrank lagern und innerhalb von zwei Wochen verbrauchen.
    Liebe Grüße,
    Eva

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  3. Danke! Freut mich total.
    Und auch nochmals danke für die Tipps mit dem sterilisieren. Jetzt brauch ich nur noch den Rhababer und dann sag ich bescheid, wie es geworden ist.
    Lg

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  4. Tja, zu spät! Es gibt keinen Rhabarber mehr. :( Dann im nächsten Jahr. Freu ich mich jetzt schon drauf.

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  5. oh wie schade! hier in london gibt es ihn noch in manchen märkten, aber er wird auch rarer. das warten auf nächstes jahr lohnt sich aber auf alle fälle...

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  6. Oh London, cool! Was verschlägt dich dort hin? Bin neugierig :) sorry.

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  7. ich mache hier einen kurs an einem college für culinary arts, sehr toll! werde demnächst noch ausführlicher in einem eintrag darüber berichten..

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